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Als Begleitarzt drei Tage an Steinmeiers Seite

So nah war Frank-Walter Steinmeier während seines Besuchs in Hattingen wohl kaum jemand: Stephan Morrosch, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie im Evangelischen Krankenhaus Hattingen, war Begleitarzt des Bundespräsidenten. Drei Tage lang ist er dem deutschen Staatsoberhaupt nicht von der Seite gewichen. Als Teil der Sicherungsgruppe hat er Frank-Walter Steinmeier zu allen Terminen begleitet.

So nah war Frank-Walter Steinmeier während seines Besuchs in Hattingen wohl kaum jemand: Stephan Morrosch, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie im Evangelischen Krankenhaus Hattingen, war Begleitarzt des Bundespräsidenten. Drei Tage lang ist er dem deutschen Staatsoberhaupt nicht von der Seite gewichen. Als Teil der Sicherungsgruppe hat er Frank-Walter Steinmeier zu allen Terminen begleitet. „So schmerzende Füße hatte ich noch nie in meinem Leben. Es war anstrengend, aber auch sehr schön“, berichtet der Notfallmediziner im Nachgang. 

Das Bundespräsidialamt hatte im Vorfeld des Besuchs bei der Feuerwehr Hattingen einen Begleitarzt für das Staatsoberhaupt angefragt – der übliche Weg bei der Vorbereitung solch offizieller Termine. Weil er 25 Jahre Notarzt-Erfahrung mitbringt, dazu die Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin sowie Klinische Akut- und Notfallmedizin führt, fiel die Wahl schnell auf Stephan Morrosch. Der Oberarzt am EVA Ruhr-Standort in Hattingen zögerte nicht lange, als das Bundespräsidialamt bei ihm anklopfte – und opferte für diesen besonderen Einsatz gern seine angesammelten Überstunden. 

Seit seinem Eintreffen am Dienstagmorgen in Hattingen bis zur Verabschiedung nach der Verleihung der Verdienstorden in der Henrichshütte am Donnerstagabend folgte Stephan Morrosch Frank-Walter Steinmeier auf Schritt und Tritt. Der Spaziergang durch die Altstadt, bei dem der Begleitarzt auch inmitten der vielen Begegnungen stets Blickkontakt zu Steinmeier halten musste, sei aufreibend gewesen; die Rudertour des Bundespräsidenten, die der EvK-Oberarzt auf einem Feuerwehrboot begleitete, hingegen sehr amüsant. „Das ist schon ein komplett anderer Kosmos mit offiziellem Protokoll und Personenschützern“, berichtet der Anästhesist und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Obwohl sie immer so grimmig gucken, waren das alles nette Leute.“ 

Wie die Personenschützer hielt sich auch Stephan Morrosch immer dezent im Hintergrund. Als Begleitarzt war er in der Gruppe nicht zu erkennen: Statt in die auffällige Notarzt-Montur schlüpfte er in Hemd und Sakko, um auf den vielen Pressefotos nicht herauszustechen. Seine Outfits wählte er jeden Tag mit Bedacht: nicht zu schick, aber auch nicht zu leger. Mitunter zog er sich passend zu den Aktivitäten zwischendurch auch mal um. „Das bin ich nicht gewohnt. Normalerweise ist meine Dienstkleidung klar geregelt: Grün im OP, Blau auf der Intensivstation und Rot-Gelb im Rettungsdienst“, sagt Stephan Morrosch und lacht. Letztlich bewies er bei der Auswahl ein glückliches Händchen, fügte er sich mit seiner Kleiderwahl doch harmonisch in den Berliner Tross. 

Ob beim Händeschütteln, Plaudern oder Kochen – seinen Schützling behielt Stephan Morrosch auch aus der zweiten Reihe stets im Auge, um im medizinischen Notfall umgehend handeln zu können. Etwa bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, aber auch im Falle eines Übergriffs. Für all diese Szenarien hatte sich nicht nur der Begleitarzt bereitgehalten, sondern auch das EvK Hattingen, das für kleinere Zwischenfälle erste Anlaufstelle gewesen wäre. Nötig war beides glücklicherweise nicht. 

Inzwischen hat Stephan Morrosch den Anzug wieder gegen den Kasak getauscht – und berichtet den Kollegen im EvK von seinen Erlebnissen. Und vom Bundespräsidenten: „Ein wirklich netter und umgänglicher Typ.“ 

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